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Mastzellen und Entzündungen

  • Autorenbild: Mya
    Mya
  • 1. Okt. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Was sind Mastzellen und was enthalten sie?


Mastzellen sind zentrale "Wächterzellen" des Immunsystems, die strategisch überall dort sitzen, wo der Körper mit der Außenwelt in Kontakt kommt (Haut, Schleimhäute, Bindegewebe).

Sie reagieren bei der Bewertung einer potenziellen Gefahr (Keime, Allergene, Stress) blitzschnell mit der Ausschüttung einer Vielzahl von Botenstoffen (Mediatoren).


Die wichtigsten Botenstoffe und ihre Wirkung:


Histamin -》Juckreiz, Rötung, Schwellung, Gefäßerweiterung (Flush), Magensäureproduktion, Kontraktion glatter Muskulatur (z.B. Bronchien), Nervenreizung.

Serotonin -》(bes. Darm/Haut)

Beeinflusst Darmbewegung, Gefäßspannung, Schmerzverarbeitung.

Kann Reizdarm, Migräne und Stimmungsschwankungen mitverstärken.

Heparin -》Blutverdünnung, Schutz vor überschießender Narbenbildung, Wundheilung.

Tryptase & Chymase -》Eiweißspaltende Enzyme, helfen bei Gewebeumbau.

Können bei Überaktivität Gewebeschäden verursachen.

Prostaglandine & Leukotriene -》Bei Aktivierung neu gebildet

Fördern Entzündung, Schmerzempfindlichkeit, Schleimproduktion (relevant bei Asthma, Migräne).

Zytokine -》Bei Aktivierung neu gebildet

Regulieren Immunreaktionen, fördern oder bremsen Entzündungen.

Beispiel für Zytokine sind Z.b. IL-10 - das zb. Durch Vit D erhöht werden kann und hilft Entzündungen im Körper runter zu regulieren.

IL-17 , oder IL-6 was bei bestimmten rheumatischen Entzündungen erhöht ist und wo bestimmte Medikamente gezielt ansetzen.

Zytokinprofile können helfen Medikamente zu finden und die Dosis der Medikamente einzustellen.

NGF (Nerve Growth Factor) -》Bei Aktivierung neu gebildet

Macht Nerven empfindlicher, kann Überempfindlichkeit (Juckreiz, Schmerz) auslösen.


Wie wirken Mastzellen im Körper?


Mastzellen sind an vielen Prozessen beteiligt:

  • Immunsystem: Abwehr von Parasiten, Bakterien und Pilzen.

  • Wundheilung und Geweberegeneration.

  • Nervensystem: Enge Verbindung zu Nervenenden, Auslösen von Juckreiz, Brennen, Neuroinflammation (z.B. Brain Fog, Migräne).

  • Hormonsystem: Sie reagieren auf Hormone wie Östrogen (verstärkt Aktivität) und Progesteron (stabilisiert). Hormonelle Schwankungen (z.B. Menopause) können Überreaktionen fördern.

  • Darm/Haut/Schleimhaut: Regulieren Durchblutung und Immunabwehr. Können bei Überaktivität Reizdarm, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Nesselsucht und Rötungen verursachen.


Das Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS)


Reagieren Mastzellen chronisch zu stark oder zu schnell, spricht man vom Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS).

Diese Überreaktion kann vielfältige Symptome im ganzen Körper auslösen, auch ohne klassische Allergie:

  • Haut & Schleimhäute: Juckreiz, Quaddeln, Flush, verstopfte Nase.

  • Darm: Blähungen, Krämpfe, Durchfall.

  • Kreislauf: Herzrasen, Schwindel, Blutdruckabfall.

  • Nervensystem: Migräne, Brain Fog, Schlafstörungen, Reizbarkeit.

  • Weitere: Muskel-/Gelenkschmerzen, Zyklusprobleme, erhöhte Hormon- und Histaminempfindlichkeit.

Auslöser für MCAS können Stress,

hormonelle Schwankungen,

Hitze/Kälte,

Infekte,

bestimmte Nahrungsmittel,

Alkohol oder Medikamente sein.

Fazit: Mastzellen sind hochsensible Immunzellen des angeborenen Immunsystems die auch ohne Vorliegen von Allergien "überreagieren" können, was eine breite Palette an chronischen Beschwerden zur Folge hat.

 
 
 

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